Wer darf Hirte der Gemeinde Christi sein? Die Heilige Schrift fordert Reinheit und Vorbildlichkeit. Doch gilt das auch für Menschen mit homosexuellen Empfindungen oder veränderter Geschlechtsidentität – wenn sie ehelos leben? Wer darf das heilige Amt des Hirten ausüben? Wer darf Prediger, Seelsorger, Pastor sein?
Es gibt Fragen, die in unserer Zeit die Kirche Jesu Christi bis ins Mark erschüttern. Eine davon lautet: Wer darf das heilige Amt des Hirten ausüben? Wer darf Prediger, Seelsorger, Pastor sein? Die Antwort scheint auf den ersten Blick einfach: Wer berufen ist, wer die Gaben hat, wer die Gemeinde erbauen kann. Doch die Heilige Schrift fügt eine weitere Dimension hinzu: Die Frage der Lebensführung.
Denn das Amt des Hirten ist nicht nur eine Aufgabe, sondern auch ein Vorbild. Und in einer Zeit, in der die Kirche vor der Frage steht, wie sie mit Menschen umgeht, die homosexuelle Empfindungen haben oder sich als transgender verstehen, wird diese Frage brennend aktuell. Können solche Menschen das Pfarramt ausüben? Und wenn ja, unter welchen Bedingungen? Die Antwort, die ich hier entfalten möchte, ist biblisch begründet und doch pastoral sensibel: Ja, wenn sie bereit sind, ein zölibatäres Leben zu führen. Denn die Heilige Schrift unterscheidet zwischen Empfindung und Handlung, zwischen Versuchung und Sünde, zwischen dem, was wir sind, und dem, was wir tun.
Beginnen wir mit dem, was die Heilige Schrift über das Hirtenamt sagt. Im 1. Brief des Apostels Paulus an Timotheus, Kapitel 3, Verse 1-7, lesen wir eine klare und anspruchsvolle Liste von Anforderungen an diejenigen, die das Bischofsamt anstreben:
– Das ist gewisslich wahr: Wenn jemand ein Bischofsamt begehrt, der begehrt eine köstliche Aufgabe. Ein Bischof aber soll untadelig sein, Mann einer einzigen Frau, nüchtern, besonnen, würdig, gastfrei, geschickt im Lehren, kein Säufer, nicht gewalttätig, sondern gütig, nicht streitsüchtig, nicht geldgierig, einer, der seinem eigenen Haus gut vorsteht und gehorsame Kinder hat, in aller Ehrbarkeit. Denn wenn jemand seinem eigenen Haus nicht vorzustehen weiß, wie soll er für die Gemeinde Gottes sorgen? Er soll kein Neugetaufter sein, damit er sich nicht aufblase und dem Urteil des Teufels verfalle. Er muss aber auch einen guten Ruf haben bei denen, die draußen sind, damit er nicht in üble Nachrede und in die Falle des Teufels gerate.
Diese Worte sind von großer Klarheit. Paulus nennt hier nicht nur geistliche Gaben, sondern vor allem moralische und charakterliche Eigenschaften. Der Bischof, der Hirte, der Älteste soll „untadelig“ sein. Und dies gilt nicht nur für den Bischof im engeren Sinn, sondern ebenso für den Gemeindepastor, den Presbyter, den Priester und jeden, der geistliche Verantwortung trägt. Denn das Hirtenamt ist kein bloßes Verwaltungsamt, sondern ein Leben, das unter dem Kreuz steht und durch Vorbild, Demut und geistliche Reife geprägt sein muss.
Das griechische Wort anepilēptos bedeutet „ohne Anklage“, „nicht zu fassen“, „über jeden Vorwurf erhaben“. Es geht nicht um Perfektion, denn wir alle sind Sünder. Aber es geht um einen Lebenswandel, der keinen Anstoß gibt, der die Gemeinde nicht in Gefahr bringt, der das Evangelium nicht in Verruf bringt. Paulus sagt auch: – ein Mann einer einzigen Frau. Das ist eine viel diskutierte Formulierung. Manche verstehen sie als Verbot der Wiederverheiratung, andere als Forderung nach ehelicher Treue. Aber eines ist klar: Paulus setzt hier die traditionelle Ehe zwischen Mann und Frau voraus. Er kennt keine andere Form legitimer Partnerschaft und Ehe.
Doch bedeutet das, dass nur verheiratete Männer Pastoren sein können? Keineswegs. Paulus selbst war unverheiratet. Jesus war unverheiratet. Und im 1. Korintherbrief, Kapitel 7, preist Paulus sogar die Ehelosigkeit, weil sie dem Dienst Gottes ungeteilte Hingabe ermöglicht. Das Entscheidende ist nicht der Familienstand, sondern die moralische Integrität. Der Hirte soll in seiner Lebensführung vorbildlich sein, ob verheiratet oder ehelos. Er soll nicht in sexueller Unmoral leben. Er soll nicht in Ehebruch, Unzucht oder anderen Formen sexueller Sünde verstrickt sein. Das ist das Kriterium.
Genau hier setzt die Frage an, die uns heute bewegt: Was ist mit Menschen, die homosexuelle Empfindungen haben? Was ist mit Menschen, die sich als transgender verstehen? Können sie das Pfarramt ausüben? Die Antwort der traditionellen lutherischen Lehre, wie ich sie aus der Heiligen Schrift verstehe, lautet: Ja und Nein, wenn ihre Lebensführung dem biblischen Maßstab entspricht. Und das bedeutet: Wenn sie nicht in homosexueller Praxis leben. Wenn sie nicht ihre Geschlechtsidentität gegen die Schöpfungsordnung Gottes stellen. Wenn sie bereit sind, ihre Empfindungen nicht auszuleben, sondern im Gehorsam gegenüber Gottes Wort ein zölibatäres Leben zu führen.
Lassen Sie mich das präzise erklären. Die Heilige Schrift unterscheidet zwischen Versuchung und Sünde. Jesus selbst wurde versucht, und doch sündigte er nicht. Der Hebräerbrief, Kapitel 4, Vers 15, sagt: – Denn wir haben nicht einen Hohepriester, der nicht könnte mit leiden mit unserer Schwachheit, sondern der versucht worden ist in allem wie wir, doch ohne Sünde. Versuchung ist keine Sünde. Empfindungen sind keine Sünde. Homosexuelle Gefühle zu haben, ist an sich keine Sünde. Auch die innere Unsicherheit über die eigene Geschlechtsidentität ist an sich keine Sünde. Sünde entsteht erst, wenn wir der Versuchung nachgeben, wenn wir die Empfindung in Handlung umsetzen, wenn wir gegen Gottes Gebot leben.
Das bedeutet: Ein Mensch, der homosexuelle Empfindungen hat, aber diese nicht auslebt, sondern enthaltsam lebt, steht nicht im Widerspruch zur Heiligen Schrift. Ein solcher Mensch trägt ein Kreuz, gewiss. Aber dieses Kreuz disqualifiziert ihn nicht vom Dienst. Im Gegenteil: Es kann ihn sogar besonders befähigen, andere zu verstehen, die mit Versuchungen ringen. Es kann ihn demütig machen, abhängig von Gottes Gnade, mitfühlend mit den Schwachen. Paulus schreibt im 2 Korintherbrief, Kapitel 12, Vers 9: – Lass dir an meiner Gnade genügen; denn meine Kraft ist in den Schwachen mächtig. Gott gebraucht Menschen mit Schwachheiten. Er gebraucht Menschen, die nicht aus eigener Kraft leben, sondern aus seiner Gnade.
Im 2 Brief an Timotheus, Kapitel 2, Vers 21, lesen wir: – Wenn nun jemand sich von solchem rein hält, der wird ein Gefäß sein zu ehrenvollem Gebrauch, geheiligt, dem Hausherrn dienlich und zu allem guten Werk bereitet. Der Schlüssel ist hier: – sich rein halten. Paulus fordert nicht Perfektion der Empfindungen, sondern Reinheit der Lebensführung. Wer sich von der Sünde fernhält, wer nicht in Unreinheit lebt, wer seinen Leib heiligt, der ist für Gott ein brauchbares Werkzeug. Das gilt für alle Christen, und es gilt besonders für die, die das Hirtenamt anstreben.
Was bedeutet das konkret für Menschen mit homosexuellen Empfindungen? Es bedeutet: Sie müssen bereit sein, diese Empfindungen nicht auszuleben. Sie dürfen keine homosexuelle Partnerschaft eingehen. Sie dürfen nicht in homosexueller Praxis leben. Sie sind gerufen, ein zölibatäres Leben zu führen, ein Leben der Enthaltsamkeit, ein Leben, in dem sie ihre Sexualität Gott unterordnen. Das ist schwer, keine Frage. Aber es ist nicht unmöglich. Und es ist nicht unbiblisch. Jesus selbst hat den Weg der Ehelosigkeit um des Himmelreichs willen geehrt. Im Evangelium nach Matthäus, Kapitel 19, Vers 12, sagt er: – Denn einige sind von Geburt an zur Ehe unfähig; andere sind von Menschen zur Ehe unfähig gemacht; und wieder andere haben sich selbst zur Ehe unfähig gemacht um des Himmelreichs willen. Wer es fassen kann, der fasse es!
Jesus spricht hier von drei Gruppen: Die einen sind von Natur aus nicht zur Ehe geeignet. Die anderen wurden dazu gemacht, etwa durch Kastration. Und die dritten haben sich freiwillig dazu entschieden, um Gottes Reich zu dienen. Jesus ehrt diesen Weg. Er sagt nicht, dass jeder ihn gehen muss. Aber er sagt, dass er möglich ist, dass er wertvoll ist, dass er Gott wohlgefällig ist. Und er sagt auch: – Wer es fassen kann, der fasse es! Das heißt: Nicht jeder kann diesen Weg gehen. Es braucht eine besondere Gabe, eine besondere Berufung. Aber für die, die sie haben, ist es ein Weg der Freiheit, ein Weg der ungeteilten Hingabe an Gott.
Dieser Weg gilt auch für Menschen, die sich als transgender verstehen. Die Frage der Geschlechtsidentität ist komplexer als die der sexuellen Orientierung, weil sie nicht nur die Frage der Handlung betrifft, sondern auch die Frage des Selbstverständnisses. Die Heilige Schrift lehrt, dass Gott den Menschen als Mann und Frau geschaffen hat. Das 1. Buch Mose, Kapitel 1, Vers 27, ist hier eindeutig: – Und Gott schuf den Menschen zu seinem Bilde, zum Bilde Gottes schuf er ihn; und schuf sie als Mann und Frau. Die Zweigeschlechtlichkeit gehört zur Schöpfungsordnung. Sie ist nicht willkürlich, sondern von Gott gewollt.
Wenn ein Mensch seine biologische Geschlechtszugehörigkeit nicht annehmen kann, wenn er sich innerlich als dem anderen Geschlecht zugehörig empfindet, dann ist das zunächst einmal Ausdruck der Gebrochenheit unserer Welt. Wir leben in einer gefallenen Schöpfung. Nicht alles an uns entspricht dem ursprünglichen Plan Gottes. Krankheit, Behinderung, innere Zerrissenheit, all das sind Folgen des Sündenfalls. Sie sind nicht unbedingt persönliche Schuld, aber sie sind Teil der Realität, in der wir leben.
Die Frage ist: Wie gehen wir damit um? Die Heilige Schrift lehrt uns, dass wir nicht unseren Empfindungen folgen sollen, sondern Gottes Wort. Dass wir unsere Identität nicht aus uns selbst schöpfen, sondern aus dem, was Gott über uns sagt. Wenn Gott mich als Mann geschaffen hat, dann ist meine Berufung, als Mann zu leben, auch wenn ich innerlich etwas anderes empfinde. Wenn Gott mich als Frau geschaffen hat, dann ist meine Berufung, als Frau zu leben, auch wenn ich mich anders fühle. Das ist hart. Aber es ist der Weg des Gehorsams.
Heute jedoch wird darüber vielerorts anders gedacht und gelehrt – mit Folgen, die Menschen in ihrer seelischen und körperlichen Gesundheit belasten und die Gesellschaft tief verunsichern. Die Vorstellung, man könne die eigene Geschlechtsidentität allein durch Empfindungen oder medizinische Eingriffe bestimmen, führt zu einem Bruch zwischen dem, was der Körper bezeugt, und dem, was das innere Empfinden sagt.
Doch ein Mann bleibt ein Mann, auch wenn er weibliche Hormone nimmt und seinen Körper äußerlich einer Frau angleicht. Und eine Frau bleibt eine Frau, auch wenn sie männliche Hormone nimmt und ihren Körper einem männlichen Erscheinungsbild anpasst. Die biologische Wirklichkeit lässt sich verändern, aber nicht aufheben.
Darum ist es für Christen entscheidend, die eigene Identität nicht aus wechselnden Gefühlen abzuleiten, sondern aus Gottes guter Schöpfungsordnung. Das ist herausfordernd, manchmal schmerzhaft – aber es ist der Weg des Gehorsams, der Weg, auf dem Heilung, Klarheit und Frieden wachsen können.
Kann ein Mensch, der mit seiner Geschlechtsidentität ringt, Pastor werden? Aus meiner Sicht: Ja, wenn er bereit ist, sein biologisches Geschlecht anzunehmen und gemäß der Schöpfungsordnung zu leben. Wenn er nicht medizinische oder soziale Geschlechtsangleichung anstrebt, wenn er nicht öffentlich gegen die Schöpfungsordnung lebt, wenn er bereit ist, sein Kreuz zu tragen und seine innere Zerrissenheit Gott hinzuhalten. Auch hier gilt: Empfindung ist nicht Sünde, aber Handlung gegen Gottes Ordnung ist es.
Das bedeutet konkret: Ein biologischer Mann, der sich innerlich als Frau empfindet, kann nicht als Frau im Pfarramt dienen. Er muss bereit sein, als Mann zu leben, auch wenn das schwer ist. Eine biologische Frau, die sich innerlich als Mann empfindet, kann nicht als Mann im Pfarramt dienen. Sie muss bereit sein, als Frau zu leben. Das ist die klare Konsequenz aus der Schöpfungsordnung.
Nun weiß ich, dass diese Position heute, auch in der evangelischen Kirche, umstritten ist. Viele Landeskirchen in Deutschland haben sich von dieser traditionellen biblischen Lehre entfernt. Sie ordinieren Menschen, die in gleichgeschlechtlichen Partnerschaften leben. Sie ordinieren Menschen, die ihr Geschlecht gewechselt haben. Sie tun das aus dem Motiv der Inklusion, der Wertschätzung, der Barmherzigkeit. Und ich verstehe dieses Motiv. Niemand möchte Menschen ausschließen, verletzen, abwerten.
Aber ich frage: Ist es wirklich Barmherzigkeit, wenn wir Menschen in einem Lebensstil bestärken, der der Schrift widerspricht? Ist es wirklich Liebe, wenn wir ihnen sagen, dass alles gut ist, obwohl Gottes Wort etwas anderes sagt? Wahre Liebe sagt die Wahrheit. Wahre Barmherzigkeit ruft zur Umkehr. Und wahre Seelsorge hilft Menschen, nicht ihren Empfindungen zu folgen, sondern Gottes Willen.
Die Spannung zwischen lutherischer Lehre und heutiger kirchlicher Praxis ist real. Die lutherischen Bekenntnisschriften, die Augsburgische Konfession, die Schmalkaldischen Artikel, kennen keine andere Lehre als die, die ich hier in kurzer Form entfaltet habe. Sie gründen auf der Heiligen Schrift. Sie kennen keine Relativierung der biblischen Sexualethik. Und doch entfernen sich viele evangelische Kirchen heute davon. Sie passen sich dem Zeitgeist an. Sie wollen nicht anecken, nicht ausgrenzen, nicht als rückständig gelten. Im Übrigen mit fatalen folgen:
Ein Pastor oder Ältester, der durch sein eigenes Leben die biblische Lehre über Sexualität, Ehe und Geschlecht unterläuft, kann nicht zugleich am zuverlässigen Wort festhalten, wie es die Lehre fordert. Sein Leben steht im direkten Widerspruch zu der Botschaft, die er verkündigen soll. Er kann die Heiligkeit Gottes nicht glaubwürdig predigen, wenn er selbst in offener Auflehnung gegen Gottes klare Gebote lebt. Er kann andere nicht zur Überwindung der Sünde ermahnen, während er selbst in Sünde verharrt. Und er kann diejenigen, die falsche Lehre verbreiten, nicht zurechtweisen, wenn sein eigenes Leben eine solche Lehre widerspiegelt.
Die Rolle des Pastors oder Ältesten in der Gemeinde ist nicht lediglich administrativ oder organisatorisch. Sie ist eine zutiefst geistliche Aufgabe, die mit großer Verantwortung verbunden ist. Ein Pastor ist ein Hirte, der der Herde Christi vorsteht, sie lehrt, leitet, schützt und für sie sorgt. Er ist ein Vorbild für die Gläubigen, wie Petrus in 1. Petrus 5,3 schreibt: – In eurem Verantwortungsbereich führt euch nicht als Herren auf, sondern gebt euren Gemeinden ein Vorbild. Die Menschen in der Gemeinde orientieren sich an ihren Leitern; sie lernen nicht nur aus deren Lehre, sondern ebenso aus deren Lebensführung. Ein Pastor jedoch, der in Sünde lebt und Gottes klare Gebote missachtet, ist kein Vorbild, dem die Herde folgen sollte. Er führt die Menschen nicht näher zu Christus, sondern entfernt sie von ihm.
Der Schaden, den ein unqualifizierter oder untreuer Pastor anrichten kann, ist immens. Er kann falsche Lehre verbreiten, die Menschen in die Irre führt. Er kann Sünde normalisieren oder sogar feiern, die Gott verurteilt. Er kann den Ruf Christi und seiner Gemeinde in der Welt beschädigen. Er kann schwache Gläubige zum Straucheln bringen. Er kann die Gemeinde spalten und Verwirrung säen. Genau deshalb ist Gott so klar und so streng in seinen Anforderungen an diejenigen, die geistliche Leitung ausüben. Es geht dabei nicht darum, Menschen auszuschließen oder zu diskriminieren, sondern darum, die Herde Christi zu schützen, die Reinheit der Lehre zu bewahren und die Ehre Gottes zu verteidigen.
Es ist und bleibt eine Wahrheit: Die Kirche ist nicht dazu berufen, dem Zeitgeist zu folgen. Sie ist gerufen, dem Wort Gottes zu folgen. Und wenn dieses Wort unbequem ist, wenn es uns herausfordert, wenn es uns Opfer abverlangt, dann ist das Teil der Nachfolge. Jesus hat es selbst gesagt: – Die Pforte ist eng und der Weg ist schmal, der zum Leben führt; und wenige sind’s, die ihn finden (Matthäus 7,14). Der Weg der Wahrheit ist nicht immer der bequeme Weg.
Es ist auch wichtig zu verstehen, dass die Ordination kein Recht ist, das jedem Gläubigen zusteht, sondern ein Privileg und eine Verantwortung, die nur denen anvertraut wird, die die biblischen Qualifikationen erfüllen. Nicht jeder Christ ist berufen, Pastor oder Ältester zu sein.
In unserer heutigen Kultur wird Gleichheit oft mit Gleichförmigkeit verwechselt, weshalb vielen schwerfällt zu akzeptieren, dass nicht jeder für jede Aufgabe qualifiziert ist. Aber die Heilige Schrift lehrt, dass es in der Gemeinde unterschiedliche Rollen, unterschiedliche Gaben, unterschiedliche Berufungen gibt. Paulus schreibt in 1. Korinther 12,14 bis 20: – Denn auch der Leib ist nicht ein Glied, sondern viele. Wenn der Fuß spräche: Ich bin keine Hand, darum gehöre ich nicht zum Leib! – gehört er deswegen etwa nicht zum Leib? Und wenn das Ohr spräche: Ich bin kein Auge, darum gehöre ich nicht zum Leib! – gehört es deswegen etwa nicht zum Leib? Wenn der ganze Leib Auge wäre, wo bliebe das Gehör? Wenn er ganz Ohr wäre, wo bliebe der Geruchssinn? Nun aber hat Gott die Glieder, jedes einzelne von ihnen, so im Leib eingefügt, wie er gewollt hat. Wenn aber alles ein Glied wäre, wo bliebe der Leib? Nun aber gibt es zwar viele Glieder, doch nur einen Leib.
Die Gemeinde ist wie ein Leib mit vielen Gliedern, die unterschiedliche Aufgaben haben. Nicht jeder ist das Auge, nicht jeder die Hand, nicht jeder der Kopf. Und doch sind alle wichtig, alle wertvoll, alle notwendig. Ebenso ist nicht jeder zum pastoralen Dienst berufen, aber jeder ist berufen, in irgendeiner Weise zu dienen.
Das ist keine Diskriminierung, sondern Ausdruck von Gottes weisem Design für seine Gemeinde.
Gemeinden, die sich entscheiden, die biblischen Qualifikationen zu übergehen und Menschen zu ordinieren, die in homosexuellen Beziehungen leben oder LGBT‑Identitäten annehmen, handeln oft aus dem Wunsch heraus, liebevoll, inklusiv und akzeptierend zu sein. Doch wahre Liebe lügt nicht; wahre Liebe bestätigt Menschen nicht in ihrer Sünde, sondern führt sie zur Wahrheit.
Wenn wir jemanden in eine Position geistlicher Leitung einsetzen, der in offener Sünde lebt, vermitteln wir ihm im Grunde, dass seine Sünde keine Sünde sei, dass Gottes Wort nicht wirklich gilt und dass er seinen eigenen Weg gehen könne. Das ist nicht Liebe, sondern Täuschung – und letztlich zerstörerisch.
Wahre Liebe sagt: Ich sehe dich, ich kenne deine Kämpfe und ich weiß, dass du leidest. Aber ich kann dich nicht in dieser Sünde bestätigen. Ich kann dich nicht in eine Leitungsposition setzen, in der du andere in die Irre führen würdest. Ich liebe dich zu sehr, um das zu tun. Stattdessen lade ich dich ein, Buße zu tun, zu Christus zu kommen, seine Vergebung zu empfangen und ein neues Leben zu erfahren. Ich lade dich ein, auf andere Weise in der Gemeinde zu dienen – entsprechend deinen Gaben und im Einklang mit Gottes Wort. Du sollst wissen, dass du hier geliebt, angenommen und unterstützt wirst. Aber ich kann Gottes Wort nicht kompromittieren, um dir entgegenzukommen.
Die Entscheidung, wen eine Gemeinde ordiniert, gehört zu den bedeutendsten Entscheidungen, die sie treffen kann. Pastoren und Älteste prägen die Kultur, die Lehre und die Ausrichtung der Gemeinde. Sie beeinflussen unzählige Leben, sie formen die nächste Generation, sie repräsentieren Christus vor der Welt. Wenn die Gemeinde in dieser Entscheidung treu handelt, Gottes Qualifikationen ernst nimmt und nur diejenigen ordiniert, die wirklich geeignet sind, wird sie gesegnet werden, wachsen und Frucht bringen für Gottes Reich.
Wenn sie jedoch in dieser Entscheidung untreu ist, Gottes Wort übergeht und Menschen ordiniert, die nicht qualifiziert sind, wird sie Schaden nehmen, vom Kurs abkommen und ihren Einfluss sowie ihr Zeugnis verlieren.
Also: Können Menschen mit homosexuellen Empfindungen oder transgender Identität das Pfarramt ausüben? Meine Antwort, aus der Heiligen Schrift begründet, lautet: Ja, wenn sie bereit sind, ein Leben nach Gottes Ordnung zu führen. Ein zölibatäres Leben für die einen, ein Leben gemäß ihrem biologischen Geschlecht für die anderen.
Möge Gott seiner Gemeinde die Weisheit, den Mut, die Treue geben, an seinen Qualifikationen für geistliche Leitung festzuhalten, auch wenn das bedeutet, gegen den kulturellen Strom zu schwimmen, auch wenn das bedeutet, kritisiert oder angegriffen zu werden. Die Zukunft der Gemeinde, die Reinheit der Lehre, die Ehre Christi stehen auf dem Spiel. Ihm sei Ehre in Ewigkeit. Amen.